Soyabella's Dark Side: vegane Okara-Schnitzel

Nachdem dank Sarah von veganguerilla.de die halbe vegane Blogger-Welt (inklusive uns) von Keimling.de mit der Soyabella Sojamilchmaschine versorgt wurde, tat sich sicher für viele die Frage auf "Wie verwerte ich den Sojamatsch?".
Okara ist der Name dieses Nebenproduktes der Sojamilchherstellung, welches laut Wikipedia "reich an Ballaststoffen, Stärke, vollwertigem Eiweiß und gut resorbierbarem Eisen" ist und kann in der Küche vielfältig eingesetzt werden.
Dies war unser erster Versuch (den/die/das?) Okara weiterzuverarbeiten und da das Ergebnis ziemlich lecker geworden ist und eine tolle Konsistenz hatte, wollen wir es an dieser Stelle gern mit euch teilen.
Dazu gabs Kartoffelbrei und Ketchup - wer kreativer werden will hat unseren Segen. ;) Auch beim Würzen der Schnitzel könnte man noch etwas entschlossener sein.

Zutaten (für etwa 6 Okara-Schnitzel):
ca. 250 g Okara (fiel bei uns bei einer Sojamilch-Herstellung mit der Soyabella an)
ca. 250 g Mehl
1 Zwiebel, gehackt
1 EL Tomatenmark
1 TL mittelscharfer Senf
1 EL Sojasauce
1 TL vegane Worcestershiresauce
1 EL getr. Korianderblätter
1 EL getr. Schnittlauch
2 TL Paprika edelsüß
1/2 TL Knoblauchgranulat (alternativ gern auch frischen)
1/2 TL Thymian
1/2 TL Muskat
ein Hauch Rauchsalz (1/2 Prise; als ich mich dagegen entschied war es schon drin... habs nicht rausgeschmeckt.... also wohl eher weglassen)
Salz, Pfeffer
etwas Öl zum Braten

Zubereitung:
Mehl nach und nach mit dem Okara vermengen bis der Teig eine gut bratbare Konsistenz hat. Dann mit den restlichen Zutaten würzen und in einer Pfanne mit etwas heißem Öl von beiden Seiten durchbraten.

Kommentare:

  1. schöne idee :) bin auch schon die ganze zeit am überlegen, was sich daraus noch zaubern lässt.. wird auf jeden fall die tage mal ausprobiert, aber erstmal gibts hier hafermilch ;)

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  2. Juhu, ein Kommentar! Danke Sarah!
    Ich saß hier schon rum und hab mir haufenweise Leser vorgestellt, die stirnrunzelnd vor diesem Post sitzen und sich fragen, wie ich darauf komme, dass es irgendwen juckt, was ich aus meinem Soja-Abfall mache, während die eigentliche Zielgruppe dieses Posts (Soyabella-Besitzer) nichts davon mitbekommt und das gute Okara in die Tonne kloppen.
    LG Lutz

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  3. im prinzip gut - aber wie kann man sich nur ernsthaft mit essen beschäftigen und dann knoblauchgranulat benutzen? das ist doch echt der devil auf erden...
    stirnrunzelnd,
    h.

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  4. Hallo Anonym/h.,
    vielen Dank für deinen Kommentar. Ich fürchtete ihn seit den Anfängen dieses Blogs - nun ist er da. :D
    Mir ist natürlich bewusst, dass Knoblauchgranulat verpöhnt ist. Ich finde jedoch, dass ein Essen, an das Knoblauch gehört, mit Knoblauchgranulat besser schmeckt, als ganz ohne Knoblauch.
    Wenn die Planung es zulässt benutze ich natürlich lieber frischen (obwohl die meisten Knollen, die man kaufen kann, auch alles andere als frisch sind).
    Häufig bemerke ich aber recht spät, dass ich in einem Gericht Knoblauch verwenden möchte und dann kommt nur noch Granulat (bzw. Granulat aus der Mühle) in Frage, weil frischer Knoblauch gar nicht mehr durchgaren würde - mit frischem Knoblauch kann man auch nicht abschmecken. Oder ich könnte mich gerade nicht ausrechend um den Rest des Essens kümmern, wenn ich nun Knoblauch hacken würde. Und dann greife ich auch sicher mal zu, wenn ich eigentlich sogar frischen benutzen könnte.
    Kurz und gut: Ich benutze gern und häufig Knoblauchgranulat und stehe dazu. Und auf Laubfresser.de geht geht es ja um "vegane Rezepte aus dem Alltag" und nicht "vegane Haute Cuisine für den anspruchsvollen Hobby-Koch".
    Zuletzt bleibt es jedem selbst überlassen, wie er die Rezepte umsetzt. Ich halte mich fast nie 1 zu 1 an ein Rezept, sondern schaue immer "wie ich dieses Rezept umsetze" - da können sich schonmal Zutaten, Zeiten und Vorgehensweisen ändern. Bei mir ändert sich dann vieles zugunsten eines schnelleren und einfacheren Weges etwas Leckeres zu schaffen.
    LG Lutz

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  5. heute mache ich erstmals sojamilch um ans okara zu gelangen :) andersrum ist auch mal schön :) danke euch - super idee!!!!

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  6. Ach wie gerne würde ich Sojajoghurt selber machen können (mit Joghurtmaschine), man müsste sich nur davor wegen den Bakterien erkundigen.
    Kennst du dich da aus?
    Zur Zeit mache ich mir mein Joghurt immer mit Zitronensaft, lass die Milch ein wenig stehen, und schwupp wird Dickmilch draus. ;)

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  7. Hey Lady,

    ich mach tatsächlich gerade meine ersten Versuche mit Sojajoghurt aus der Joghurtmaschine (Die macht ja nicht mehr, als das Ganze für min. 8 Stunden auf ca. 42° C zu halten.). Ich habe als Starterkultur einfach einen EL vom Provamel Yofu genommen - der ist vegan. Für die folgenden Ansätze kann kann man ja einen EL vom selbstgemachten Sojajoghurt nehmen.
    Leider ist das Ergebnis dann schon mehr Dickmilch als Joghurt.

    Bei gekauften Sojajoghurts ist in der Regel noch so etwas verdickendes wie Maisstärke oder Pektin drin. Nur der höchstwahrscheinlich unvegane Sojade kommt laut Zutatenliste tatsächlich nur mit Sojamilch und Joghurtkulturen aus. Ich habe schon überlegt, ob sie ihn entwässern, aber ich denke dass das einen großen Einfluss auf die Nährwerte hätte und die ähneln denen von z.B. Provamel sehr. Also tippe ich eher, dass es an den Kulturen liegt.

    Ich experimentiere selber weiter um einen stichfesten veganen Sojajoghurt hinzukriegen.

    Sich wegen Kulturen zu erkundigen ist sicher schlau, aber keine leichte Angelegenheit...

    Lieben Gruß
    Lutz

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  8. Hallo ;)
    Vielen Dank für die schnelle Antwort;

    Ich will es jetzt auch versuchen Sojamilch mit einem Sojajoghurt anzusetzen.
    Ich nehm diese hier: http://www.joya-soja.at/produkte/sojagurts/bio-sojagurt-natur-500g/
    Er ist ohne Zucker und irgendwo auf der Homepage stand auf pflanzlicher Basis hergestellt oder so ähnl. Muss nochmal googlen, schreib morgen nochmal.(Ist schon spät)

    Zutaten: Sojabasis 99,3% (Wasser, Sojabohnen* 11%); Maisstärke*; Jogurtkulturen (Streptococcus thermophilus, Lactobacillus bulgaricus). *Biologische Landwirtschaft

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  9. (Ok, hier: http://www.nixwieveg.de/vegane-produkte/joya~sojagurt-natur~858)

    Bin schon gespannt ob es klappt;

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  10. Moin Moin, ich bin durch Google auf diese Seite gekommen. Bin überrascht, wie viel sehr schöne Möglichkeiten es gibt vegan zu essen. Ich bekomme Besuch und möchte etwas leckeres anbieten...doch als sogenannter " Allesfresser" habe ich kaum einen Schimmer...schäm So gehe ich jetzt hier einen veganen Kuchen suchen und will nicht ohne liebe Grüße wieder verschwinden :-)
    LG Tina

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  11. falls die joghurt-diskussion noch wen interessiert: http://vegan-forum.de/rezepte-f11/joghurt-selbermachen-t2058-s10.html da könnt ihr meiner erfolgreichen reise zum selbstgemachten joghurt verfolgen, ganz ohne maschine und mit minimalstem aufwand (ich bin nämlich sehr faul)

    onT: meine soyabella müsste anfang/mitte nächster woche eintreffen, ich bin schon ziemlich gespannt! =)
    werde dann alsbald auch dieses schnitzel mal ausprobieren - das sieht ja so gut aus! o.o
    passt mir eh, weil ich leider gestern feststellen musste, dass mein totaler seitanfavorit, vantastics entenbrust, mir nicht mehr schmeckt :(( und ich brauch proteinbeilage beim essen^^

    hat zufällig auch wer niedrigschwellige ideen, was man mit dem 'kuchen' von nüssen herstellen könnte (außer es in shakes und gebäck und gemüse ztu tun - vlt auch irgendwas anbratmäßiges?)? kann man das zeug sonst auch einfrieren?

    fänds btw nice, wenn ihr noch mehr über die soyabella bingen würdet :) weil die ja wohl auch suppen und so kann, ne?

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  12. Das fänd ich auch ganz nett, so ein paar Erfahrungsberichte mehr. Mir ist z.B. die Reismilch voll daneben gegangen, da kam ein sehr schleimiger, ekliger Brei bei raus. Naja, ich müssts wieder versuchen aber die Sojamilch schmeckt einfach besser :-).

    Hat sich wer schon an Kokosmilchjoghurt getraut? Hab ich schon lange vor aber noch nicht hingekriegt.

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  13. Guten Tag allerseits,
    wollte nur mal von einer weiteren tollen Verwertungsmöglichkeit berichten:
    http://www.vegan-sein.de/1850-veganer-kasekuchen-die-gottlichste-aller-kalorienfallen.html
    Die 200g Naturtofu einfach durch Okara ersetzen. Klappt prima und schmeckt super.
    iLL.One und Merula: Von diversen Soyabella Rezepten bzw. Berichten gibts auf meinem Blog (http://claudigoesvegan.blogspot.com/) einiges zu finden... einfach Soyabella in die Suche eingeben.
    Liebe Grüße,
    die Claudi

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    1. @claudi: ja, bei dir war ich in dieser sache auch schon^^

      hm, käsekuchen - aber nur mit okara haut das nicht hin...? seidentofu ist hier so schlecht zu bekommen leider.

      ich hab vor jahren mal nen veganen käsekuchen gemacht, da bestand die creme, soweit ich mich erinnere, nur aus normalem tofu und agavensirup. (und das war ein richtig teurer spaß, weils tofu damals nur im bioladen gab^^)

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    2. Also, nur mit Okara kann ich mir Käsekuchen absolut nicht vorstellen - denke das würde zu krümelig und zu wenig cremig. Aber ich habe es noch nicht ausprobiert... von daher...

      Ich vermutet Seidentofu kann man am leichtesten ersetzen, indem man normalen Tofu nimmt und ihn mit etwas Sojamilch püriert, so dass er eine puddingartige, cremige Konsistenz hat. Stichfest wie Seidentofu wird das natürlich nicht sein. Aber auch Seidentofu selbst ist ja nicht mehr stickfest, wenn man ihn püriert oder auch nur durchrührt.
      Die aufwendigere Variante ist, sich den Seidentofu mit seiner Soyabella selbst zu machen. Ich geh grad mal davon aus, dass bekannt ist, wie das geht, oder nicht? Wollt eh schon lang nen Post dazu machen.

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  14. Das sieht aber lecker aus. Ich habe die Seite über Google gefunden, wo ich nach Okara-Rezepten gesucht habe. Ich wollte einfach mehr Ideen, als Okara-Klößchen und in Brot backen. Ich mache meine Sojamilch allerdings im Thermomix und brauche dafür nicht noch ein extra Gerät ;-)

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    1. Hallo kluge Hausfrau :)

      Wie machst du denn deine Sojamilch im Thermomix?

      VG Beau

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  15. also ich hab das heut mal ausprobiert. Is ziemlich zäh. Erinnert im ersten Moment an Gummi. Aber wenn man bei is ... dann schmeckt's irgendwie doch ganz gut. Und man muss es kräftig würzen. Ich denke aber 250 g Mehl sind viel zu viel. 150 gr bis max 200 gr sollten reichen. Aber ich werd noch ein bisschen an der Verfeinerung arbeiten. Zum Braten ist die Konsistenz aber richtig gut. ;-)

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  16. Hallo Lutz,
    ich habe heute die Okara-Schnitzel ausprobiert. Sie sind total LECKER!!! :) Ich habe dein Rezept mal auf meinen Blog (beaucarnea.bplaced.de/blog) verlinkt.

    Dein Rezept habe ich aber folgendermaßen abgewandelt:
    Also bei mir waren es 478 g Okara vermischt mit 200gr Dinkelmehl und 200gr Sojamehl fettarm. Gewürze wie angegeben – doppelte Menge mit 1 roten Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, Tomatenmark, Senf, Sojasauce, Worcestersauce, süßen Paprika, Muskat und Hefeflocken statt Salz und Pfeffer.

    Herausgekommen ist ein Berg voller Okara-Schnitzel. Ein paar friere ich ein, der Rest wird vernascht :)
    Vielen Dank für das tolle Rezept.
    VG Beau

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  17. Hey Ihr Zwei, danke für das Rezept, das probiere ich gleich mal aus, suche dringend nach Okara-Rezepten, seit ich mit der Soja-eigenmilch-Produktion begonnen habe und das Zeug schon einfrieren muß, um es nicht weg werfen zu müssen, wäre ja schade um das gute Sojalezitihn...
    Hier im Tausch, eine RezeptIdeeAbwandlung, die ich heute hatte, Tabouleh Salat mit Okara statt mit Bulgur falls Ihr das mögt:
    Okara (Menge weiß ich leider noch nicht)
    4 gr. Tomaten, klein gewürfelt,
    4 Bund Petersilie, in feine Streifen geschnitten
    1 B. Lauchzwiebeln in feine Ringe oder Würfeln
    das alles mit frischer Minze, Olivenoel, Salz, Pfeffer abschmecken, falls es aphrodisierend wirken soll, dann noch eine feine Zimtnote dazugeben. Ist zwar mehr etwas für den Sommer, aber der kommt ja auch bald wieder.
    Grüße aus Berlin von element-of-Vegan


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  18. Hey element-of-vegan,
    vielen Dank für die Idee! Okara statt Bulgur zu nehmen wäre mir nie in den Sinn gekommen.
    Danke auf für den Tipp mit dem Zimt. ;)
    LG Lutz

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  19. Ich habe gestern das erste Mal selber Sojamilch (ohne Maschine)hergestellt, bin total begeistert (kein Tetrapak-Müll!) und habe aus den Resten diese Schnitzel hergestellt. Super :D Ob man die Teile einfrieren kann? Dazu passt jedenfalls Erdnusssauce *yummy*

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  20. Danke für das coole Rezept. Besitzen seit Wiehnachten eine Soybella und das Okara will ja verwertet werden.

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  21. großartige idee. schmeckt vorzüglichst. vielen dank :)

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  22. Ich weiß nicht wieso, aber bei mir halten die Dinger nie wirklich zusammen. Egal, was ich mit Okara mache. Gibts da einen Trick?

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    1. Hallo Anne,
      eigentlich sollten die Schnitzel durch das Gluten im Mehl wunderbar zusammenhalten. Ich bin von "normalem" Weizenmehl ausgegangen. Benutzt du vielleicht gar ein glutenfreies Mehl?
      Die Pfanne sollte am besten bereits aus Temperatur sein, wenn das Bratgut hineingegeben wird.
      Lieben Gruß
      Lutz

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  23. Hallo,
    ich habe die Schnitzel heute gemacht, ganz lecker!
    Allerdings habe ich eine ganz andere Fage/Problem:
    wie seiht ihr die Silch ab? Bei meinem Veganstar war ein Minisieb dabei (lachhaft). Man schüttet 100 ml hinein und schon ist alles verstopft, so dass man es mit einem Löffel durchdrücken muss. Und trotzdem hat man Grissel in der Silch.
    Mit einem Abseihtuch oder Geschirrtuch dauert es aber auch ewig...
    Gibt es einen tollen, einfachen Weg?

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    1. Bei der Soyabella sind die Bohnen die ganze Zeit in einem Sieb, wenn auch doch noch vieles in die Milch gerät. Mein Tipp wäre ein paar Stunden zu warten, bis es sich abgesetzt hat und dann zu sieben.

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  24. Hallo. Mal eine Frage zur Soyabella. Ich hab sonst immer die Alpro Sojamilch "ganze Bohne" und Sonnenblumenöl benutzt, um Mayo herzustellen. War ganz easy. Nun, da ich es mir der Soyabella Sojamilch versucht habe, musste ich feststellen, dass die Mayo flüssig bleibt. Sie wird nicht mal durch Zugabe von Johannisbrotkernmehl fest... Weiß jemand Rat? LG Anni

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