"bok - einfach nicht vegetarisch" oder warum asiatisch oft nicht vegan ist

Hamburgern dürfte "bok" ein Begriff sein. Überspitzt gesagt: Wenn man auf der Suche nach einem asiatischen Restaurant ist, ist die Chance nicht schlecht, dass eines der bok-Restaurants räumlich am nächsten liegt.
Meines Wissens ist im Bereich der europäisierten asiatischen Küche vegetarisch meistens gleich vegan, da Milchprodukte eher unüblich sind (mir bekannte Ausnahmen: Laktose in manchem Wasabi, kokosmilchbasierte Gerichte mit Milch oder Sahne, Eiernudeln gebraten mit Eiern und Mayonnaise im Sushi).
Leider ist es dafür um so schwieriger überhaupt etwas Vegetarisches zu erhalten, denn selbst in den als vegetarisch bezeichneten Gerichten finden sich häufig Meeresbewohner wieder: Für chinesische Speisen findet Austernsauce (aus Austernextrakt) eine breite Anwendung und für thailändische Gerichte wird sehr gerne "Nam Pla" (aus Sardellenextrakt) zu Deutsch Fischsauce verwendet. Für Thai-Curry-Pasten wird vielfach Garnelenextrakt verwendet (Ausnahme meines Wissens: Curry-Pasten von der Cock Brand, die glücklicherweise die populärste ist).
Auch habe ich bereits beobachtet, wie zu Beginn der Zubereitung eines "veganen" Gerichtes Fett aus einer Friteuse, in der gerade Leichenteile brutzelten, in den Wok gegeben wurde. Auch bei Tofu, der zumeist vorfrittiert wird, kann man nur darüber spekulieren, mit was er sich die Friteuse bzw. das Fett geteilt hat.

Es ist reicht meiner Erfahrung nach also besonders in asiatischen Restaurants keineswegs aus, ein "vegetarisches Gericht" aus der Karte zu bestellen um ein vegetarisches Gericht zu erhalten, bei Nachfragen kommt es zudem gelegentlich zu Verständigungsproblemen aufgrund von Sprach- und Kulturbarrieren. Dies gilt nicht nur für die titelgebende Kette "bok", sondern für Asia-Restaurants im Allgemeinen.

Durch seine starke Verbreitung in Hamburg, sehe ich aber gerade bei bok die Verantwortung, nur tatsächlich vegetarische Speisen unter dieser Bezeichnung zu verkaufen. Und bedingt durch sein Konzept sehe ich hier auch die Möglichkeit zu einem diesbezüglichen einheitlichen Standard  in allen Restaurants.
So habe ich bok bereits im Oktober 2010 exemplarisch darüber aufgeklärt, dass es nicht richtig sei, eine Kokosnusssuppe mit Fischsauce als vegetarisch zu kennzeichnen. Daraufhin wurde mir zugesichert, dass beim nächsten Druck der Karten die Fischsauce berücksichtigt werde.
Im Februar 2012 war noch immer keine neue Karte gedruckt (zumindest bei dem Restaurant, an dem ich fast täglich vorbeikomme) und so nahm ich wieder Kontakt zu bok auf. Jetzt wurde mir zugesichert: Von nun an würden die vegetarischen Gerichte in allen bok-Restaurants und -Lieferservices ohne Fischsauce gekocht werden oder zumindest würde die Verwendung letzterer gekennzeichnet werden.
Gestern (am 22.6.2012) war ich dann mal wieder bei bok im Schulterblatt 3 um nachzufragen:
"Ja, die Tom Kha Tofu enthält Fischsauce."
Auf mein "Schade." hin wurde ich gefragt, ob ich eine Allergie hätte.
"Nein, ich bin Vegetarier." gab ich bekannt.
Das sei kein Problem, bei der Fischsauce handele es sich nicht um richtigen Fisch. Zuvorkommend holte die Mitarbeiterin mir die Flasche um mit mir die Zutatenliste zu studieren: "Sardellenextrakt", das sei ja kein richtiger Fisch, sondern nur Extrakt. Das dies weiterhin Fisch und damit nicht vegetarisch sei wurde vehement dementiert. Vegetarier würden das Gericht bestellen.
"Es ist ja auf der Karte auch als vegetarisch gekennzeichnet" wandte ich zwischen Entsetzen und Verzweiflung über die mir entgegenschlagende Ignoranz ein.
Nein, nicht deshalb, auch so würden sie es bestellen. (Wieviel Prozent der Vegetarier fragen wohl immer brav nach, bevor sie ein "vegetarisches" Gericht bestellen? ;/ )
Seinen Klimax erreichte das Ignorantentum mit der Aussage "Ich war selber 10 Jahre lang Vegetarier." welcher die Bedeutung "Ich kenne mich aus" beiklang. Ja ja, diese Vegetarier, die nur Fisch und Hühnchen und höchstens zweimal die Woche "Fleisch" esssen - aber dann auf jeden Fall Bio, wegen der Massentierhaltung. ;)
Schlagfertig, wie ich bin, erwiderte ich "Ich bin seit 20 Jahren Vegetarier" und verließ, um einer sinnlosen Diskussion zu entgehen, wie ein geprügelter Hund fluchtartig das Lokal.
Mit diesem Beitrag wollte ich nun endlich einmal über die Misere aufklären, anstatt bok noch mehr Zeit für leere Versprechungen zu geben in der sie ahnungslosen Vegetariern Gerichte mit Leichenteilen vorsetzen.

UPDATE:
Wie ich gerade erfahren habe, hat bok zu dieser Thematik bereits vor einiger Zeit in dem in den Restaurants ausliegenden Newsletter Stellung bezogen und sich dafür entschuldigt, dass viele als solche gekennzeichnete Gerichte nicht vegetarisch waren. Wie nun die Praxis aussieht empfinde ich dennoch als sehr fraglich, denn dass es im Schulterblatt noch immer nicht angekommen ist zeugt leider nicht von guter Organisation.

vegane Currywurst in Hamburg

Wer in Hamburg Lust auf ne vegane Currywurst hat, dem bieten sich neben selber machen zahlreiche Möglichkeiten. Ich will mal Ausnahmsweise gar nicht zu viel dazu sagen, wie es mir geschmeckt hat, sondern hoffe auf eure Kommentare:

Bei Curry Queen wird die vegane Currywurst auf Basis der VeggieFresh Bratwurst von Viana hergestellt. Sieben verschiedene Currypulver stehen zur Auswahl. Knapp 7 € ist - wenn ich mich recht erinnere - auch der Preis für die Wurst mit frischen Pommes (gekühlt, nicht TK). Dazu kann kann man sich noch eine von diversen Saucen aussuchen, von denen aber keine vegan ist (oder gab es doch einfachen Tomatenketchup?). Mir wurde dafür noch so ein Schälchen mit Currysauce/-Ketchup abgefüllt. Für gewöhnlich wird auch etwas Ciabatta dazu gereicht, wozu mir in der Filiale aber gesagt wurde, dass es nicht vegan sein solle, da es Milch enthalte - die Antwort auf meine Email-Anfrage stellte dies wiederum als Falschinformation dar: Das Ciabatta sei vegan...


Der Ort, an dem man in Hamburg am längsten eine vegane Currywurst erhalten kann ist wahrscheinlich das Hin & Veg!. Um die 5 € zahlt man für den Currywurstteller inkl. Pommes. Hier gibt es dazu auch keine näheren Informationen. :) Ansonsten bleibt nur zu sagen, dass man sich hier - da rein vegetarisches Restaurant - von brutzelnden Leichenteilen verschont bleibt.


Bei Schmitt Foxy Food verwendet man für die vegane Currywurst die "Veganwurst Thuringen" von Topas Wheaty. Ich glaube 5,50 € kostet der Spaß mit Pommes. Was ich bei zwei von drei Malen unangenehm fand war, dass zwar Zubereitung und Zerschneiden separat mit extra Gerätschaften stattfand, die Wurst aber mit der gleichen Grillzange, wie die Leichenteile angefasst wurden. Ich habe mal den Franchisegeber zu dem Thema angeschrieben... (UPDATE 13.8.2012: ... und innerhalb von über zwei Monaten keine Antwort erhalten. Meine Mail: siehe Ende des Posts)


Im Backbord gibts (für 6,90 €) die eine Seitan-Currywurst aus eigener Produktion. Dazu eine frische Salatbeilage und Pommes. Nur das Currypulver fehlt der Optik.




UPDATE 13.8.2012, Meine Mail an Schmitt Foxy Food:
"[...]ich begrüße sehr, dass Sie seit einiger Zeit u.a. auch eine vegane Currywurst im Angebot haben. Ebenso schätze ich es, dass die meisten Schritte der Zubereitung vollkommen getrennt von den Fleischprodukten ablaufen.
Leider ist mir bei zwei von drei Besuchen in der Filiale in der Bahrenfelder Str. aufgefallen, dass die vegane Wurst mit der Grillzange, die zuvor für das Fleisch verwendet wurde, aus der Fritteuse entnommen wurde.
Als ich beim ersten Mal darauf hinwies hatte ich den Eindruck, dass meine konstruktive Kritik Früchte tragen könnte. Bei meinem letzten Besuch nahm die Servicekraft dort meinen Hinweis den Worten nach zur Kenntnis, machte mit ihrem weder unfreundlichen noch freundlichen Auftreten auf mich nicht den Eindruck, als würde mein Hinweis eine Änderung bringen geschweige denn weitergegeben werden.
Daher wende ich mich nun an Sie. Machen Sie als Franchisegeber Vorgaben zu diesen Abläufen?[...]"

veganes Grillgemüse mit grünem Spargel und Couscous

Ein leichtes Sommergericht mit mediterranem Flair für die warme Jahreszeit - frisch vom Grill und mal ganz ohne Fleischersatz und die Spargel-Saison gleich mitgenutzt.

Im Park ist für uns keine Grillmeisterschaft zu gewinnen, aber mit unserem Kontaktgrill gelingt alles immer ziemlich gut und obendrein relativ fettarm. Wer nicht stolzer Besitzer eines Grills ist, kann das Gemüse alternativ aber auch einfach in einer beschichteten Pfanne mit wenig Öl braten.
Die Zubereitung entspricht im Wesentlichen diesem Rezept für Grillgemüse mit Pesto.


Zutaten (für etwa 4 große Portionen):
etwa 300 g Couscous
500 g grüner (oder lila) Spargel, ca. 1,5 cm holziges Ende entfernt
500 g Aubergine, in 1 cm dicken Scheiben
400 g Zucchini,  in 1 cm dicken Scheiben
200 g Zwiebeln, in 1 cm dicken Ringen
je 1/2 gelbe und rote Paprika, in 1 cm dicken Streifen
Saft einer Zitrone
75 g veganes Pesto (ohne Käse, z.B. Pesto
3 EL Olivenöl
Salz & Pfeffer

Zubereitung:
Das Gemüse nach und nach auf einem geölten Kontaktgrill bei 2/3 Hitze ein paar Minuten knackig garen. Das bereits gegarte Gemüse in eine abgedeckte Auflaufform geben und bei 50° C im Backofen warmhalten.
Wenn alles fertig ist mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Pesto, Zitronensaft und Olivenöl verrühren. Das Ganze für für 20 Minuten weiterhin im Ofen durchziehen lassen.
Etwa 10 Minuten vor Ende der Ziehzeit den Couscous nach Packungsanleitung zubereiten. Wir geben meist ein wenig Salz und etwas Olivenöl in das Wasser und schmecken zum Schluss mit einem Stück Margarine und evtl. Salz ab.
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