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Test anlässlich der Rezepturänderung: Alpro-, Provamel- und Sojade-Sojajoghurt im Vergleich

UPDATE 12.11.2012 Sojade ist (zumindest jetzt) vegan und der Post wurde überarbeitet. Es gibt überholte Textstellen zu Archivzwecken. Diese sind ausgegraut. Hier gibt es neueste Informationen zur Veganität von Sojade.

Als wir davon lasen, dass Alpro die Rezeptur seines Sojajoghurts geändert hatte und dieser nun süß schmecken sollte schauten wir gleich nach Alternativen. Wir waren ziemlich bestürzt als wir feststellten, dass anscheinend zeitgleich auch die Rezeptur des Yofu von Provamel "verbessert" wurde.
Sollte das das Ende von veganem Tsatziki und dergleichen sein? NEIN!


Erstmal stellte sich heraus, dass Provamel die Bio-Marke von Alpro ist. Während es Alpro im Supermarkt zu kaufen gibt, findet man Provamel in Reformhäusern und Bioläden. Bei uns in Hamburg z.B. gibt es Sojade auch bei der Drogeriekette Budnikowsky, die diverse Bio-Produkte inklusive eines netten Sortiments an veganen Brotaufstrichen und Fleischalternativen zu moderaten Preisen anbieten. Sojade ist ebenfalls ein Bio-Produkt.

Wir hatten ihn im Original-Post als veganen Sojajoghurt betitelt. Jedoch kamen von diversen Seiten Anmerkungen, dass Sojade bei Produktanfragen nie direkt auf die Frage, auf welcher Basis die Starterkulturen gezogen werden, eingeht. Daher machten wir nach Jahren des guten Glaubens, Sojade sei vegan, eine erneute Produktanfrage per Email beim deutschen Vertrieb von Sojade. In dieser Email erklärten wir, wie die Gerüchte um Sojade aussehen und dass wir im Falle einer Nichtbeantwortung unserer detaillierten Fragen bekanntgeben müssten, dass Sojade vermutlich nicht vegan sei. Da wir bis zum heutigen Tage keine Nachricht erhalten haben, ist davon auszugehen, dass Sojade nicht vegan ist. Auch wenn Sojade für Veganer nach dem aktuellen Wissensstand nicht mehr in Frage kommt, haben wir viele Inhalte Sojade betreffend in diesem Post belassen.

UPDATE (2.8.2010): Der Sojade-Hersteller Triballat hat vorgestern (nach sicherlich über einem Monat) geantwortet. Die Antwort auf meine Frage WOHER die Joghurtkulturen (ob von einem pflanzlichen oder tierischen Produkt) stammen war ausweichend und besagte, dass die Joghurtkulturen, weder pflanzlich noch tierisch seien, sondern Mikroorganismen - aha - nicht ganz meine Frage. Als ich erklärte, dass diese Kulturen nicht in ein Reagenzglas hüpfen, nur weil man sie sich vorstelle, sondern man sie auf einem natürlichen Produkt entdecken und vermehren muss, dass ich gern wüsste, was dieses Produkt sei und auch, welche Nährböden verwendet werden und ob diese tierische Produkte enthalten oder rein pflanzlich sind, teilte man mir schlicht mit, dass diese Information vertraulich sei. Eine Möglichkeit wäre ja gewesen, wie Alpro es z.B. macht, nicht zu verraten welche Nährböden verwendet werden, aber zu versichern, dass die Nährböden auf jeden Fall frei von tierischen Stoffen sind.
Die komplette Email-Korrespondenz findet ihr HIER.

Die Preise:

Alpro - 1,59 € für 500 ml (beim Edeka in der Paul-Roosen-Straße 8)

Provamel - 1,79 € für 500 ml (aus dem Reformhaus Engelhardt in der Schanzenstraße 24)

Sojade - 1,69 € für 400 ml (also sozusagen 2,11 € für 500 ml) (ebenfalls beim Reformhaus Engelhardt)


Die Zutaten:

Alpro: Wasser, geschälte Sojabohnen (7,9 %), Zucker, Tricalciumcitrat, Stabilisator (Pektin), Säureregulatoren (Citronensäure, Natriumcitrat), Meersalz, Aroma, Vitamine (B12, D2), Emulgator (Lecithin), Joghurtkulturen (Str. thermophilus, L. bulgaricus), Antioxidationsmittel (Acorbylpalminat, stark tocopherolhaltige Extrakte).

Provamel: Wasser, geschälte Sojabohnen (7,9 %), Tapiokasirup, Stabilisator: Pektin, Maisstärke, Säureregulator: Citronensäure, Meersalz, Bifidobacterium, Reifungskulturen: Str. thermophilus und L. bulgaricus.

Sojade: Soja Drink (Quellwasser, ganze Sojabohnen 8 %), ausgewählte Kulturen davon Bifidus und Acidophilus.


Der Geschmack:

Zuerst der Stein des Anstoßes - Alpro:
Oh, mein Gott, es ist wahr! Was früher noch wie veganer Naturjoghurt war, hat nun eine nicht zu überschmeckende Vanille-Note. Für veganen Tsatziki nicht zu empfehlen, dennoch können wir nicht ausschließen, dass durch ausreichende Würzung das Vanille-Aroma in den Hintergrund tritt und eventuell doch ein genießbarer Tsatziki entsteht. Trotzdem wäre der neue Alpro die letzte Wahl.


Der kleine Bio-Bruder - Provamel
Ohne direkt sagen zu können, wie er vor der Rezepturänderung geschmeckt hat, denke ich, dass sie keinen großen Schaden gebracht haben kann. "Cremiger" soll er vor allem geworden sein und tatsächlich ist er der cremigste der Drei. Lena hat er durch seine Süß-Säuerlichkeit am ehesten an tierischen Joghurt erinnert und ist sicher auch für nicht-süße Dinge wie eben besagten Tsatziki zu verwenden.

Der Außenseiter - Sojade:
Der sicherlich am wenigsten verbreitetste und unbekannteste der Drei, fällt im direkten Vergleich schonmal dadurch auf, dass er die hellste Farbe hat. Im Geschmack ist er zwar am zurückhaltendsten, aber trotzdem joghurtig-lecker und für alle erdenklichen Verwendungszwecke zu gebrauchen.


Fazit:
Lena ist von allen Drei begeistert und schätzt an ihnen, dass sie alle nicht nach Soja schmecken. Lutz kann der Vanille-Note des neuen Alpros nichts abgewinnen. Sojade fällt durch seine sympathisch kurze Zutatenliste auf, liegt preislich jedoch am höchsten.

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extrem einfache vegane Pfannkuchen

Zutaten (für ca. 6 Pfannkuchen):

500 ml Wasser (Rezept war ursprünglich mit Sojamilch, aber wir bemerken keinen Unterschied - also warum nicht NOCH einfacher und trotzdem superlecker?)250 g Mehl1 Prise Salz4 EL Zucker + evtl. 1 TL Vanillezucker für süße Pfannkuchen oder nur 1,5 TL Zucker für herzhafte PfannkuchenÖl oder vegane Margarine (z.B. Deli Reform, Alsan oder Sojola)

Zubereitung:

Alle Zutaten, bis auf die Margarine, in einer Schüssel gut miteinander verrühren und nach Belieben mit Zucker abschmecken.Vor jedem Pfannkuchen etwas Öl oder Magarine in einer beschichteten Pfanne verteilen (z.B. mit schnell mit Küchenkrepp oder einem hitzestabilem Silikon-Backpinsel).Danach den Teig (ca. eine Kelle á 125 ml pro Pfannkuchen) in einer mittelgroßen beschichteten Pfanne bei 2/3-Hitze wenige Minuten beidseitig ausbacken (Die Pfanne muss von Beginn an "auf Temperatur sein", so dass ein Teigtropfen zischt und schnell fest wird, aber ohne dass etwas verkohlt oder sich Rauch bildet ;)…

saftiger veganer Apfelkuchen

Für den Familienbesuch anlässlich Lutz' Geburtstags hat er einen schönen veganen Apfelkuchen gebacken. Das kaum abgewandelte Rezept stammt von Rezeptefuchs und kam sehr gut an.

Zutaten:
für den Teig:
750 g Äpfel, geschält, entkernt, in dünnen Scheiben
200 g Mehl
125 g Margarine
60 ml Wasser
1 Packung Vanillezucker
7 EL Apfelmus (z.B. selbstgekocht aus ca. 4 kleinen Äpfeln)
2 EL Zucker
1 Messerspitze Backpulver

für die Streusel:
150 g Mehl
80 g Margarine
6 EL Zucker
1 TL Zimt

Zubereitung:
für den Teig:
Mehl, Margarine, Wasser, Vanillezucker, Zucker und Backpulver zu einem glatten Teig verkneten und ca. 1 Stunde in Folie eingewickelt kalt stellen.

für die Streusel:
Alle Zutaten verkneten und ebenfalls kalt stellen.

um die Dinge zusammen zu führen:
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vegane Mayonnaise

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Zutaten:
50 ml Sojamilch, gekühlt * (Es klappt nicht mit jeder; siehe unten)100 ml Rapsöl, ungekühlt1/2 TL Plastikzitronensaft, ungekühlt1/2 TL scharfer Senfevtl. 1 TL naturtrüber (und damit veganer) Apfelessig1 - 2 Prisen Salzbei ungesüßter Sojamilch evtl. knapp 1 TL Zucker

Zubereitung der Basis (zum Video):
Nacheinander Sojamilch, Zitronensaft oder Essig und Rapsöl in e…