veganer Nudelauflauf mit Paprika und Champignons

Und wie versprochen das zweite Rezept zu unserer Rezension von "Wie einfach kann vegane Küche sein".
Beim Bild streiten sich mal wieder die Geister. Das Gericht selbst ist aber sehr lecker.

veganer Nudelauflauf mit Paprika und Champignons

 Zutaten:
  • 500 g Penne, wie gewohnt al dente gekocht
  • 2 Paprika, rot und gelb, gewürfelt
  • 250 g Champignons, in Scheiben oder einfach nur geviertelt
  • 1 Zwiebel, gehackt
  • 250 ml Sojasahne
  • 350 ml Sojamilch
  • 40 g Cashewkerne
  • Salz, Pfeffer, Paprikapulver, mediterrane Kräuter (z.B. der Provence)

Zubereitung:
  • Zwiebel in etwas Öl glasig dünsten.
  • Paprika kurz mitdünsten.
  • Champignons kurz mitdünsten.
  • Sojasahne, -milch und Cashewkernen vermengen und möglichst fein pürieren
  • Mit den Kräutern und Gewürzen kräftig abschmecken.
  • Gemüse und Nudeln in einer Auflaufform mischen und mit der Sauce übergießen.
  • Im auf 180° C vorgeheizten Ofen ca. 30 Minuten backen.

vegane mexikanische Kartoffeln aus "Wie einfach kann vegane Küche sein"

Wir wurden gefragt, ob wir Lust haben eine Rezension über "Wie einfach kann vegane Küche sein" von Bettina Wörther zu schreiben. Da das Buch ziemlich genau das Thema unseres Blogs - alltagstaugliche, einfache vegane Rezepte - trifft, fanden wir die Idee gut.

Bevor ich die Pros und Contras für das Buch gegenüberstelle, möchten wir sozusagen als Ausschnitt das titelgebende Rezept aus dem Buch (so wie wir es zubereitet haben) vorstellen.
In den nächsten Tagen, werden wir noch 2 weitere Rezepte aus dem Buch präsentieren.
UPDATE: das erste Folgerezept ist da: veganer Nudelauflauf mit Paprika und Champignons

vegane mexikanische Kartoffeln

 Zutaten:
  • 400 g Räuchertofu, in Würfeln und in etwas Öl angebraten
  • 1 kg Kartoffeln, geschält und gewürfelt (am besten nur 2 - 3 richtig große - spart viel Schälarbeit)
  • 1 Zwiebel, gehackt
  • 1 Dose Mais, abgetropft
  • 1 Dose Kidneybohnen, abgetropft
  • 3 TL veganes Brühepulver
  • 500 ml Wasser
  • 5 EL Tomatenmark
  • etwas Öl
  • Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer, Chili oder Paprika Edelsüß (wer es nicht scharf mag)

Zubereitung:
  • Zwiebel in etwas Öl andünsten.
  • Kreuzkümmel, Chili (oder Paprika), Tomatenmark, Kartoffeln, Brühepulver und Wasser hinzugeben.
  • Aufkochen und ca. 15 Minuten mit Deckel bei geringer Hitze köcheln lassen.
  • Mais, Kidneybohnen und Räuchertofu hinzugeben und alles erhitzen bis die Kartoffeln die richtige Konsistenz haben.
  • Mit Salz und Pfeffer und Co. abschmecken.

Über das Buch

Was uns gefällt
  • keine exotischen Zutaten
  • einfache Zubereitung
  • bodenständige Rezepte
Was uns nicht gefällt
  • recht hoher Preis (17,99 €)
  • wenig ansprechende Bilder, teils unscharf (wir könnens ja auch nicht besser, aber in einem gedruckten Buch erwarten wir mehr)
  • Zubereitungszeiten teils wesentlich höher als angegeben
  • Es wird Weißweinessig verwendet, ohne darüber aufzuklären, worauf man achten muss, damit es vegan ist. (hier gibt es Infos, die zeigen, dass das Thema Wein kompliziert ist - ich nutze einfach naturtrüben Apfelessig)
Trotz der Kritikpunkte gefällt uns das Buch gut und wir haben daraus schon mehr gekocht, als aus manch anderen Büchern, die hier herumfliegen. Ist auf jeden Fall eine gute Ergänzung zu Rezepten aus dem Internet. :)

veganes Tomate-Mozzarella-Baguette

Die Nachrichten über einen Testlauf von veganen Baguettes bei LeCrobag haben mich inspiriert ein altes Rezept wiederaufleben zu lassen und zu verbessern.
Ich steh massiv drauf und in den letzten zwei Wochen gab es das Zeug schon insgesamt vier mal. Extrem lecker, schnelle Zubereitung ohne Kochen und hervorragender Sättigungsfaktor.
Ausprobieren! :)


Zutaten (für die Portion im Bild):

  • 1/4 Baguette oder so, aufgeschnitten (wer entdeckt die Mogelei im Bild? :D )
  • 100 g mittelweicher Tofu (z.B. Taifun, Alnatura - bloß nix Sprödes), in dünnen Scheiben (3 - 4 mm)
  • 1/2 Tomate, in dünnen Scheiben (scharfes Messer benutzen ;) )
  • 2 TL vegane Mayonnaise
  • 1 EL veganer Balsamico (nach detaillierter Befragung von Alnatura kann ich mit Freude bekanntgeben, dass der dunkle Balsamico dieses Herstellers vegan ist)
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 TL Zucker
  • 2 Prisen Salz
  • optional einige Basilikumblätter (rockt auch ohne)

Zubereitung:
  • Baguette mit Mayo bestreichen.
  • Abwechselnd mit Tofu, Tomate und evtl. Basilikum belegen.
  • Balsamico, Olivenöl, Zucker und Salz vermischen und großzügig über das belegete Baguette geben.
  • Vor und nach dem Essen: Hände waschen nicht vergessen. ;)

veganer Käse - ein Rückblick und die neue Generation

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass Wilmersburger im August 2012 die Wilmersburger Scheiben herausbrachte und damit in der "veganen Gemeinschaft" für Furore sorgte. Das Produkt war revolutionär - bisher gab es keinen leidfreien Käse, der selbst Nichtveganer so überzeugte.
Recht schnell wurden Stimmen laut, welche die Verwendung von Palmöl in den Wilmersburger Produkten kritisierten. Bereits drei Monate später im November 2012 wurden die Scheiben mit dem weniger in der Kritik stehenden Kokosöl hergestellt.

Ungefähr zu diesem Zeitpunkt brachte auch Vegourmet mit seiner Jeezini-Reihe vegane Käsescheiben auf den Markt, welche sich von den Wilmersburger-Produkten nur in Verpackung, Format und einem geringeren Preis unterschieden. (wir berichteten)
Dazu sollte man wissen, dass beide Produktreihen ihren Ursprung beim griechischen Hersteller Viotros haben, wobei Vegourmet seine Ware direkt in Griechenland verpacken lässt, wo man sich damals etwas Zeit mit den Labels ließ.

Während AVE/alles-vegetarisch.de es von Anfang an ablehnte, Jeezini-Produkte ins Sortiment aufzunehmen, angeblich da "Wilmersburger geschmacklich und qualitativ besser" sei, arbeitete man bei Vegourmet bereits daran, die Übergangslösung Kokosöl, dessen Herstellung ökologisch ebenfalls durchaus fragwürdig ist, durch ein nachhaltigeres Fett zu ersetzen.
Bald darauf wurden Gerüchte in die Welt gesetzt, Jeezini enthalte entgegen der Aussagen von Vegourmet Palmöl. Seinen Höhepunkt hatte dies im April 2013 in einer öffentlichen Behauptung seitens alles-vegetarisch.de, man hätte aufgrund der vielen Nachfragen (nach einem Produkt, welches sie nicht führen) eine Laboranalyse machen lassen, welche ergeben hätte, dass Jeezini Palmöl enthalte. Alles-vegetarisch.de verkauft im Übrigen zahlreiche Produkte, die Palmöl enthalten. Die bisher bestehende Geschäftbeziehung zwischen alles-vegetarisch.de und Vegourmet war damit auch Geschichte.

vegane Käsespieße mit Vegourmet Jeezo Santi
vegane Käsespieße mit Vegourmet Jeezo Santi

Seit Juni 2013 gibt es endlich die Jeezini-Produkte mit neuer Rezeptur, die nicht nur palmölfrei ist, sondern dessen Fett zu 70% aus Sheabutter und nur 30% Kokosfett besteht (neues Ziel: 100% Shea). Trotz höherem Einkaufspreis für die nachhaltigere Sheabutter wurde der Verkaufspreis löblicherweise nicht angehoben.
Seit Juli 2013 sind nun auch drei der ehemals palmölhaltigen Käseblöcke (Santeciano & Co.) von Vegourmet mit der neuen Rezeptur und unter neuen Namen erhältlich: Die Produktreihe nennt sich Jeezo und die Produkte heißen Santi, Monti und Bianco. (die Umstellung der anderen ist noch im Gange)
Das Beste daran ist, dass sich die Konsistenz tatsächlich revolutionär verändert hat: Nicht nur, dass die Produkte noch besser schmelzen, sich dabei noch "käsiger" anfühlen und teilweise sogar ein bisschen Fäden ziehen, sondern vor allem, dass sie auch im kalten Zustand nicht von leidvollem Käse unterschieden werden können (zumindest war das bei den Käsespießen, die wir unseren acht nichtveganen Gästen anboten, der Fall).

Ebenfalls im Juli 2013 ist Veganic auf dem Markt für veganen Scheibenkäse aufgetreten. Nachdem sie schon lange Zeit den Santeciano von Viotros vertrieben haben, sind dort mit den Violife-Produkten nun auch die ersten veganen Käsescheiben erhältlich, die den Namen des griechischen Herstellers tragen. Einige Cent günstiger als die Vegourmet-Produkte, dafür aber auf reiner Kokosfett-Basis. Geschmacklich bemerke ich auch hier keinen Unterschied zu den zuvor genannten Scheibenkäse-Produkten. Die Verpackung ist etwas anstrengender in der Handhabung, kommt dafür aber immerhin mit 80 % weniger Plastik aus, zudem finde ich sie optisch am ansprechendsten.

Ich war beim Schreiben dieses Artikels selbst einige Male überrascht, was in diesem einen Jahr seit Erscheinen der Wilmersburger-Scheiben alles passiert ist und auch wenn mir Wilmersburger nun nicht gerade am sympathischsten ist, so war ich heute doch sehr froh, in meinem alten Stamm-Reformhaus plötzlich Wilmersburger und viele andere vegane Produkte zu finden.


Dieser Artikel stellt die Wahrnehmung und Meinung des Autors dar. Der Autor versteht unter "Käse" auch Produkte, die laut Gesetz nicht als solche ausgezeichnet werden dürfen.

Jetzt richtig günstig mit veganem Wein eindecken

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Die Firma Delinat hat zur Zeit eine Aktion laufen, bei der alle veganen Weine ohne Porto, Mindestbestellwert oder sonstige weitere Kosten zu bestellen sind.

veganer Wein

Besonders freuen mich die transparenten Kriterien für veganen Wein bei Delinat. Über den folgenden Link könnt ihr euch direkt das Angebot von mehr als 150 veganen Weinen ansehen.

Erst hatte ich Probleme, eine "Bestellung ohne Registrierung" zu tätigen: Es gibt leider keine entsprechende Fehlermeldung, aber auch hier muss man eine eine Email-Adresse angeben (zur Bestellbestätigung etc.). Schließlich war ich nochmal sehr positiv überrascht, dass man einfach und risikofrei per Rechnung zahlen kann. :)

Schon seit die Recherchen zu Weinstein mir aufgezeigt haben, wie komplex das Thema veganer Wein ist und wie schwer es sein kann in diesem Bereich vertrauenswürdige Antworten auf Produktanfragen zu erhalten, wollte ich einen Post darüber machen. Darin sollte Delinat aufgrund seiner vertrauenserweckenden Kriterien ohnehin Erwähnung finden.

Bier mit NICHT veganem Etikett: Ratsherrn DOCH UNVEGAN

UPDATE (26.8.2013): Durch einen Hinweis per Email habe ich erfahren, dass nun doch Kaseinleim für Ratsherrn verwendet wird. Ob es von Anfang an eine Fehlinformation war, die wir erhalten haben, oder ob etwas umgestellt wurde, konnte bisher nicht geklärt werden.
Die nach heutigem Stand falschen Informationen habe ich ausgegraut.

Nach langer Recherche endlich entdeckt: Ein Flaschenbier mit kaseinfreiem und veganem Etikett.
Etwa 40 Brauereien habe ich angeschrieben. Fast alle gaben an, grundsätzlich Kasein für den Etikettenleim von Flaschenbieren zu verwenden.
Nur die Ratsherrn Brauerei bekundete für alle Sorten (die ebenfalls vegan sind) ausschließlich stärkebasierten veganen Leim zu verwenden und stand auch für Rückfragen zur Verfügung.
Noch gibt es Ratsherrn leider bei Weitem nicht überall. Hier könnt ihr schauen in welchen Getränke-, Lebensmittelgeschäften und Gastrobetrieben es Ratsherrn gibt. Ansonsten lässt sich das Bier auch bestellen.

Hintergrund:
Auch wenn ich in diesem Punkt noch alles andere als konsequent bin, rückt für mich als ethisch motivierten Veganer nun auch immer mehr die Verpackung von Lebensmitteln in den Mittelpunkt. Schließlich ist konsequenter (ethisch motivierter) Veganismus nicht auf eine Ernährungsweise beschränkt, sondern versucht die Ausbeutung von nichtmenschlichen Tieren in allen Lebensbereichen zu vermeiden. In der Konsequenz schließt das z.B. die Nichtbenutzung von Lederschuhen, anderen unveganen Gegenständen wie auch unveganen Verpackungen ein.

veganer Rhabarberkuchen

Endlich wieder Rharbarber-Zeit. Jetzt ist wirklich der Frühling da.
Und wenn es mal wieder kälter wird, ersetzt man den Rhabarber durch 3 bis 4 Äpfel und gibt in den Teig noch 2 TL Zimt und schon hat man einen Kuchen der perfekt in den Herbst passt.

veganer Rhabarberkuchen
 
Zutaten (für eine Springform):
  • 260 g Mehl
  • 140 g Zucker
  • 160 g Margarine (z.B. Deli Reform)
  • 2 Pkg. Vanillezucker
  • 3 TL Backpulver
  • 200 ml Pflanzendrink (Soja, Reis, Hafer..)
  • 1 Prise Salz
  • ca. 600 g Rharbarber


Zubereitung:
  • Zucker, Vanillezucker, Salz und Margarine schaumig schlagen.
  • Mehl, Backpulver und Pflanzendrink hinzugeben und zu einem glatten Teig verrühren.
  • Etwas Teig abnehmen und damit den Boden einer gut eingefetteten Springform bedecken.
  • Rhabarber gut waschen und ggf. schälen. Danach in Stückchen schneiden und in den restlichen Teig geben. Einmal gut unterheben.
  • Den Teig nun auch in die Springform geben und verteilen.
  • Im vorgeheizten Backofen bei 170°C 55 Minuten backen. Feeeertig und sooo lecker.

V-Label "Vegan" der EVU: Starke Zweifel an der Aussagekraft

Ein Vegan-Krimi aus dem wahren Leben...



Anlass ist das Produkt "BIO Backpulver mit Reinweinstein" der Firma Biovegan, welches mit dem V-Label der Europäischen Vegetarier Union als "vegan" gekennzeichnet ist und an dessen Veganität meinerseits starke Zweifel aufgekommen sind. Auch Gespräche mit besagter Firma und dem Verantwortlichen des VEBU, welcher das Label für Deutschland vertritt, brachten kein befriedigendes Ergebnis. Zudem scheint nicht öffentlich einsehbar zu sein, welche Standards ein mit dem V-Label als "vegan" gekennzeichnetes Produkt erfüllen muss.

Meinem Kenntnisstand nach ist es sehr wahrscheinlich, dass der verwendete Weinstein aus Wein (oder Traubensaft) stammt, welcher zuvor mit Gelatine (oder anderen tierischen Stoffen) behandelt wurde.

Die Firma Biovegan versicherte mir zunächst telefonisch, dass die Entnahme des Weinsteins beim "1. Abstrich" (nach der Gärung) erfolge und erst beim "2. Abstrich" tierische Schönungsmittel zum Einsatz kommen können. Allerdings erhalte der Hersteller den Roh-Weinstein von zahlreichen Betrieben und daher nicht garantiert werden könne, dass tatsächlich jeder Betrieb o.g. Produktionspraxis habe.

Ich habe nun mit zahlreichen Winzern, Winzerverbänden und anderen Experten auf dem Gebiet Kontakt aufgenommen, von denen ich erfahren habe, dass es bei der Weinherstellung keineswegs eine einheitliche Produktionspraxis gibt.
Tierische Substanzen können sowohl vor, als auch nach der Gärung eingesetzt werden. Vom Leiter eines Weinlabors wurde mir sogar mitgeteilt, dass in 90% der Fälle eine Vorklärung des Mosts mit Gelatine stattfinde (also lange vor der Gärung und dem 1. Abstich, wie es tatsächlich heißt).

Die Firma Biovegan konnte mich nur auf die, meiner Ansicht nach unzureichenden, Aussagen seines Lieferanten und Zertifikate verweisen, welche belegen, dass der Weinstein koscher und frei von tierischen Substanzen ist (wenig aussagekräftig bezgl. einer Vorklärung des Mostes - da die Schönungsmittel ohnehin nicht im Wein verbleiben, geschweige denn im verarbeiteten Reinweinstein). Den Lieferanten wollte man mir nicht nennen und ein Angebot meine Fragen weiterzuleiten gab es auch nicht. Dafür wurde mir nahegelegt, dass es nur eine Handvoll Lieferanten für Reinweinstein gäbe und man mich ja nicht abhalten könne, selbst zu recherchieren - dafür gibt es einen Pluspunkt. :)

Gesagt getan: Ein Großhändler mit Reinweinstein im Angebot meldete sich tatsächlich mit einer Info zurück, die sich inkl. fälschlicher Verwendung des Wortes "Abstrich" und inhaltlich mit der telefonischen Auskunft der Firma Biovegan deckte.
Bei weiteren Nachfragen konnte ebenfalls "nicht vollkommen [ausgeschlossen werden], dass der Weinstein nicht doch irgendwann einmal in Berührung mit tierischen Stoffen gekommen ist".
Auf die Frage, ob es eine vertragliche Vereinbarung gibt, die die Weinbauern verpflichtet vor Entnahme des Weinsteins keine tierischen Substanzen zu verwenden, wurde mir nur bestätigt, dass die Produktionspraxis verschiedener Winzer variiert und es daher "keine einhundertprozentige Bestätigung geben kann, dass der Wein nicht schon vor Trennung des Weinsteins [...] mit tierischen Produkten in Berührung gekommen ist".
Ich fragte noch einmal, warum die Wahrscheinlichkeit in diesem Fall so gering sein soll, dass tierische Stoffe vor Entnahme des Weinsteins verwendet wurden. Schließlich wurde mit mitgeteilt, dass (1.) der Weinstein vor Verwendung tierischer Produkte entnommen werde, (2.) die vorherige Verwendung nur nicht "vollkommen [ausgeschlossen werden kann]" und hierüber (3.) "keine einhundertprozentige Bestätigung [gegeben werden] kann". Ebenso teilte ich mit, dass nach meinen Informationen verschiedener Experten das Gegenteil der Fall ist: Eine Verwendung tierischer Substanzen vor Entnahme des Weinsteins ist sehr wahrscheinlich.
Hierauf wurde nicht sonderlich eingegangen, lediglich noch einmal bestätigt, dass man die Produktionsverfahren der einzelnen Winzer nicht kenne und das dies Aufgrund der Vielzahl der Betriebe kaum möglich sei und dass man den Weinstein nicht als für vegane Produkte geeignet verkaufen könne. (Mir wurde der freundliche Tipp gegeben, mich für veganen Weinstein an einen Winzer in meiner Nähe zu wenden.)

Schließlich wandte ich mich telefonisch an den Verantwortlichen für das V-Label vom VEBU, nach dessen Informationen der Weinstein bei besagtem Produkt von einem einzigen Winzer stamme und der über Veränderungen in der Produktion stets zu informieren sei. Ich sandte ihm die relevanten Informationen noch einmal per Email zu und erhielt die Rückmeldung "der Lieferant von BioVegan hat nochmals bestätigt, dass der Weinstein gewonnen wird, bevor der Wein geklärt wird." Anbei eine Stellungnahme des Lieferanten, die mal wieder "Stufe 1" meiner Anfragen sehr ähnelt - inkl. "Abstrich".
Ich erläuterte dem VEBU-Mitarbeiter noch einmal, warum diese pauschalen Auskünfte keineswegs ausreichen, dass der Auskunftgebende vermutlich keine sonderliche Kenntnis der Materie hat (falsche Verwendung des Wortes "Abstrich") und daher auch kein Bewusstsein für eine (zu 90%) mögliche Vorklärung mit Gelatine. Zudem sei bei der nicht einheitlichen Herstellungspraxis, der hohen Wahrscheinlichkeit der Verwendung tierischer Stoffe vor Entnahme des Weinsteins, dem Beziehen des Roh-Weinsteins von zahlreichen Betrieben und den dazu im Gegensatz stehenden Aussagen des Lieferanten, ein paar Worte unerlässlich, wie die angebliche Produktionsabfolge sichergestellt wird.
Dazu schrieb ich außerdem: "Eine solch undifferenzierte Auskunft trotz Widersprüchlichkeiten zu den Gegebenheiten der Branche ohne Weiteres zur Bewertung eines Produktes für die Vergabe des V-Labels hinzunehmen halte ich für fahrlässig."
Darüber hinaus erkundigte ich mich, was aus der ursprünglichen Information geworden ist, dass der Weinstein von einem einzigen Winzer stamme.

Daraufhin wurde mir vom VEBU-Verantwortlichen lediglich knapp mitgeteilt: "mir reichen die vorliegenden Informationen und Zertifikate [Koscher- und "Gelatine-Frei"-Zertifikat] aus, um das Produkt als "vegan" zu klassifizieren."

vegane Zitronenmuffins

Verzweifelter Versuch den Frühling herbeizubacken Teil I

Ich will Frühling. Temperaturen konstant zwischen 4 und 12 Grad, einen blauen Himmel, Vogelzwitschern und Stimmengewirr auf der Strasse.
Diese leckeren Zitronenmuffins schmecken immerhin schon so luftig und frisch nach Frühling, dass es sich empfiehlt, sie mit geschlossenen Augen auf dem Sofa zu essen und nicht nach draußen zu schauen. (Aktuell in Hamburg: kalt, grau grau grau, eklige Schneeböen)
Das Rezept für die Muffins habe ich hier gefunden und nur geringfügig abgewandelt (auch wenn einige Hersteller ihr Weinsteinbackpulver als vegan bezeichnen, sind wir derzeit nicht überzeugt, dass es das auch ist).


Zutaten (für etwa 6 Muffins):
  • 150 g Mehl
  • 50 g Zucker
  • 1 1/2 TL Backpulver
  • 1/2 TL Natron
  • 2 EL Speisestärke
  • eine Prise Salz
  • 100 ml Sojadrink
  • 45 ml neutrales Öl (wir haben Rapsöl genommen)
  • 2 EL Zitronensaft
  • abgeriebene Schale einer unbehandelten Bio-Zitrone
Zubereitung:
  • Alle trockenen Zutaten (Mehl, Zucker, Backpulver, Natron, Stärke und Salz), inklusive Zitronenschale, in einer Schüssel miteinander vermischen.
  • Öl, Sojadrink separat verrühren und dann den Zitronensaft dazugeben und nochmals rühren.
  • Flüssige und trockene Zutaten zusammenbringen und kurz durchrühren. Nicht zu lange, da die Muffins sonst nicht so schön aufgehen.
  • Den Ofen auf 180 Grad vorheizen und den Teig in Muffinförmchen füllen.
  • Das Ganze etwa 20 Minuten lang backen.
Wir haben die Muffins nach dem Backen noch mit Zuckerguss und bunten Streuseln (z.B. von BioVegan) verziert. Lecker lecker lecker.

Grundrezept: Gebratener Tofu

Dieses Grundrezept beschreibt, wie ich Tofu anbrate, um ihn dann für alles Mögliche weiter zu verwenden. Durch diese Zubereitung bekommt der Tofu einen angenehmen Biss und eine leckere Würze, die tatsächlich zu fast allem passt.
Ich habe auch schon einmal 400 g so zubereiteten Tofu peu à peu aus dem Kühlschrank weggenascht, bevor er seinem eigentlichen Verwendungszweck zukommen konnte - oops! :)

Gebratener Tofu


Da der fertige Tofu abermals geschnitten werden kann, empfehle ich eine Form die sich einfach braten und wenden lässt, wie z.B. die abgebildete.
Ähnlich wie bei Bratkartoffeln rate ich dazu, nur so viele Tofustücke in die Pfanne zu geben, wie auch Bodenkontakt haben und im Zweifel mehrere Fuhren nacheinander zu braten. Das Ablöschen mit Sojasauce sollte dann erst geschehen, wenn alles gebraten ist und am Schluss noch einmal zusammen in die Pfanne geworfen wird (wegen der am Ende des Posts erwähnten schnell anbrennenden Sojasaucenrückständen).

Zutaten:

  • Tofu, in beliebige Form geschnitten
  • etwas neutrales Pflanzenöl
  • etwas Sojasauce (kein Salz, kein Pfeffer - nur Sojasauce)


Zubereitung:

  • Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen.
  • Je nach Form Tofu von allen/beiden Seiten goldbraun anbraten.
  • Mit wenig Sojasauce ablöschen, so dass der Tofu beim anschließenden Wenden darin von allen Seiten leicht benetzt wird.
  • Kurz weiterbraten (bei mir meist etwa 20 Sekunden).
Vorsicht: Aus der richtigen Menge Sojasauce ist das Wasser schnell verdampft und was zurückbleibt verbrennt schnell. Ein bisschen kräftiges Bräunen ist aber erwünscht.
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